Die Faszination der Achterbahn – am 20.06. in der TIB

Achterbahnen sind die weithin sicht- und hörbare Hauptattraktion aller Jahrmärkte und Freizeitparks. Sie zelebrieren ein Fahrerlebnis an der Grenze des Zumutbaren, ein Wechselbad aus Anspannung und Entfesselung, Furcht und Erlösung. Unsere beiden Gäste bauen Achterbahnen – der eine in Wirklichkeit, der andere virtuell.

Eine von über 600 Stengel-Achterbahnen: der Blue-Fire Megacoaster © Lydia Kramme, Creative Commons

Donnerstag  ·  20.6.2013  ·  20 Uhr  ·  KULTUR : TECHNIK

Michael Klose (Achterbahn-Ingenieur, München)
Till Nowak (Digitalkünstler, Hamburg)

Achterbahnen – Mechaniken des Übermuts

Ingenieur- und Animationstechnik entwerfen fliegende Bauten

Ort: Technische Informationsbibliothek (TIB)
Am Welfengarten 1B · Alter Marstall
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 7 EUR / 4 EUR erm.

Michael Klose konstruiert für das Münchner Ingenieurbüro Stengel Achterbahnen in aller Welt: mechanische Kunstwerke, gepaart aus dramatischem Kalkül und höchstmöglicher Sicherheit. Till Nowak treibt in seinem pseudo-realistischen Kurzfilm »The Centrifuge Brain Project« das Fahrvergnügen digital auf die Spitze: Seine fiktiven Karussells und Fahrgeschäfte überschreiten traumwandlerisch die Grenzen der Physik und changieren zwischen Faszination und Schrecken. – Nach Statik, Dynamik, Jux und tieferer Bedeutung der Achterbahnfahrt fragt Eckhard Stasch.

In Kooperation mit der Technischen Informationsbibliothek (TIB)

»Das Gespenst des Kapitals« – Joseph Vogl       (17-Jun)

In seinem herausragenden Essay »Das Gespenst des Kapitals« von 2010 hat der Kulturwissenschaftler Joseph Vogl irrationale und zufällige Prozesse als durchaus reguläre Abläufe im Getriebe kapitalistischer Ökonomien identifiziert.

Joseph Vogl © Stephanie Kiwitt

Dort versichert man sich – mittels einer quasi-religiösen »Dreifaltigkeit moderner liberaler Ökonomie« (Vogl) – stets aufs Neue der Ausgewogenheit, Vorhersehbarkeit und Gerechtigkeit eines Systems, das nichts davon einlösen kann. Eben weil es gezwungen ist, Geschäfte mit der Zukunft zu machen. Was nun? fragt Jens Meyer-Kovac.

In Kooperation mit der Philosophischen Fakultät der Leibniz Universität

Pulitzer-Preis 2013: Adam Johnsons Nordkorea-Roman   (12-Jun)

»Das geraubte Leben des Waisen Jun Do« spielt in Nord-Korea zur Zeit des Diktators Kim Jong Il und erzählt die Geschichte eines Jungen, der als Waisenkind zu einem willigen Diener des Staatsapparates herangezogen wird. Mit seinem Roman gewährt Adam Johnson Einblicke in ein Land, das sich wie kein anderes von der Welt abschottet und sein Volk in einer propagandistischen Scheinwirklicklichkeit gefangen hält.

Moderator Nils Pelle Petersson (hinten) und Adam Johnson – Foto © Felix Schmitt

Gesprächsmitschnitt [130 Min.]

Durch seine intensiven Recherchen, für die Adam Johnson mit vielen Exilanten gesprochen und das Land selbst bereist hat, ist er en passant zu einem hervorragender Nord-Korea-Experten geworden. Das Pulitzer-Preis-Kommitee war davon stark beeindruckt und hat Johnsons Arbeit als besten Roman des Jahres ausgezeichnet. Mit dem Autor spricht Salon-Volontär Nils Pelle Petersson, Timmo Niesner liest aus der deutschen Übersetzung.

Jordi Puntí: Ein katalanisch-spanisch-europäischer Abend   (10-Jun)

Ein erstaunliches Erzählerkollektiv hat der katalanische Autor Jordi Puntí da für seinen Roman Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz versammelt: Es stammt aus den europäischen Metropolen Barcelona, London, Frankfurt, Paris, und es besteht aus den Brüdern Christòfol, Christopher, Christof und Christophè. Die vier haben in diesem Gabriel Delacruz zwar einen gemeinsamen Vater, aber vier verschiedene Mütter. Bei denen wachsen sie auf, ohne dass sie oder die Mütter voneinander wissen.

Moderatorin Carolina Lopez mit Jordi Puntí und Übersetzer Michael Ebmeyer  –  Foto © Felix Schmitt

Aus dem mehrfach preisgekrönten katalanischen Original Maletes perdudes liest Jordi Puntí, aus der deutschen Fassung sein Übersetzer, der Berliner Autor Michael Ebmeyer. Ein katalanisch-spanisch-europäischer Abend, übersetzt und moderiert von der Hamburger Lektorin Carolina Lopez.

Gesprächsmitschnitt [96 Min.]

Auf der Flucht mit Bruce Willis – Tilman Rammstedt    (6-Jun)

Wie oft hat man die Gelegenheit, mit Superstars zusammen zu arbeiten? Das denkt sich auch der in Schriftstellernöte geratene Tilman Rammstedt. Darum setzt er sich an seinen Schreibtisch und beginnt zu schreiben. Aber nicht irgendetwas, sondern E-Mails, und auch nicht an irgendwen, sondern an Bruce Willis. Der nämlich soll die Hauptrolle in seinem neuen Roman übernehmen und so beiden Kopf und Kragen retten: sowohl dem Schriftsteller als auch seinem melancholischen Bankberater, der als Bruce Willis seine eigene Bank überfällt. – Das Gespräch mit dem Bachmann- und Humor-Preisträger Tilman Rammstedt führt Charlotte Milsch.

Charlotte Milsch und Tilman Rammstedt – Foto © Patrick Slesiona

Gesprächsmitschnitt [107 Min.]

Buwaldas explosiver Familienroman »Bonita Avenue«    (29-Mai)

Der niederländische Autor und Journalist Peter Buwalda hat ein genaues Gespür für die verborgenen Bruchlinien, die in seinem stets vorbildlich gesellschaftsliberalen Heimatland unter der aufgeklärten Oberfläche liegen. In »Bonita Avenue« scheitert eine Vorzeige-Mittelklasse-Patchwork-Familie aus dem akademischen und politischen Milieu so katastrophal, schauderhaft und konsequent an ihren Lebenslügen, dass am Ende wirklich alles in Trümmern liegt. Der Literaturkritiker Christoph Schröder (SZ, Die Zeit) moderiert das simultan gedolmetschte Gespräch über Lüge, Literatur und Leben in den Niederlanden, Simon Jäger liest aus der deutschen Übersetzung.

Christoph Schröder und Peter Buwalda – Foto © Felix Schmitt

»Winkler, Werber« – Enno Stahls Advertising Novel     (23-Mai)

In seinem Roman Winkler, Werber lässt uns Enno Stahl in den Kopf von Jo Winkler gucken, seines Zeichens Senior Texter bei einer erfolgreichen Kölner Agentur. Dessen innere Monologe sind zynisch, abgeklärt, überheblich und doch zunehmend getrieben und zeugen sehr anschaulich von dem eigenartigen Spirit der Werbebranche, die Stress und Wettbewerb als kreatives Ferment zelebriert: Top oder Flopp. Inwiefern die Werber damit Prototypen der neuen Arbeitswelten darstellen, dies und anderes erkundet Jens Meyer-Kovac.

Jens Meyer-Kovac im Gespräch mit Enno Stahl  –  Foto © Felix Schmitt

Gesprächsmitschnitt [109 Min.]

Eva Menasses Roman »Quasikristalle«     (16-Mai)

In ihrem Roman »Quasikristalle« beleuchtet Eva Menasse ihre Hauptfigur aus dreizehn unterschiedlichen Blickwinkeln. Nur einmal spricht diese Xane Molin selbst, sonst erleben wir sie aus Sicht ihrer Angehörigen, Freunde oder Bekannten. Dabei ist Xane alles, was in ihrem Leben der Fall war: Jugendliche, junge Filmemacherin, Marketing-Frau, Fastehebrecherin, Kinderwunschpatientin, Stiefmutter, Mutter, Großmutter. Durch diese kaleidoskopische Erzählstrategie erscheint als betörend schönes Muster: ein Menschenleben. Nach der richtigen Chemie im Leben und im Roman fragt der Hamburger Lektor und Ex-Salonier Joachim Otte.

Joachim Otte im Gespräch mit Eva Menasse  –  Foto © Felix Schmitt

Gesprächsmitschnitt [110 Min.]

Zwei Piratinnen im Salon    (29-Apr)

Nach einigen spektakulären Wahlerfolgen führt der Weg der Piraten-Partei inzwischen eindeutig von oben nach unten. Was ist passiert? Sind Netzpolitik, Transparenz und innerparteiliche Basisdemokratie uninteressant geworden? Oder stellt sich diese Frage nicht jenseits davon, ob die Piraten als Partei nun überleben oder nicht? Marina Weisband gilt als Ex-Geschäftsführerin immer noch als Partei-Ikone; taz-Journalistin Astrid Geisler ist als Basis-Mitglied schon wieder ausgetreten und nur noch Ex-Piratin. Beide geben Auskunft – in ihren Büchern »Wir nennen es Politik« (Weisband) bzw. »Piratenbraut« (Geisler) und im Gespräch mit Moderator Jens Meyer-Kovac.

Jens Meyer-Kovac im Gespräch mit Marina Weisband und Astrid Geisler  –  Foto © Literarischer Salon

Gesprächsmitschnitt [104 Min.]

Christa Müller spricht über »Urban Gardening«    (22-Apr)

Eine neue Form des Gärtnerns hat in den Städten Einzug gehalten und macht Schule: »Urban Gardening« ist der Branding-Begriff für eine internationale Basisbewegung, die sich im städtischen Raum Nieschen und Brachflächen als Freiräume für die gemeinschaftliche Hege und Pflege von Nutzpflanzen erobert. Über diese vielgestaltige und umtriebige Bewegung, die bereits als Avantgarde einer neuen nachhaltigen Lebensweise wahrgenommen wird, berichtet die Soziologin Christa Müller im Gespräch mit dem gelernten Gärtner und Salon-Macher Matthias Vogel.

Christa Müller im Gespräch mit Matthias Vogel  –  Foto © Felix Schmitt

Gesprächsmitschnitt [117 Min.]

Schauspieler Max Riemelt eröffnet die »Traumfabrik U30« (18-Apr)

In seiner neuen Jugendreihe »Traumfabrik U30« lädt der Literarische Salons junge Menschen aus dem Kulturbetrieb ein, um mit ihnen über ihren bisherigen Berufsweg zu sprechen. Den Anfang macht Max Riemelt! Der 29-jährige Grimme-Preisträger (»13 Semester«, »Die Welle«, »Im Angesicht des Verbrechens«) hat noch keine Schauspielschule von innen gesehen und trotzdem schon in über 30 Produktionen mitgewirkt. Da fragt man sich: Wie geht das eigentlich? Anhand von Filmausschnitten erzählt Max Riemelt im Gespräch mit Charlotte Milsch von seiner beispielhaften und immer noch jungen Karriere

Max Riemelt auf dem roten Sofa in der Jugendkirche Hannover  –  Foto © Felix Schmitt

Gesprächsmitschnitt [117 Min.]

Technik-Globetrotter Wolf-Dietrich Krüger    (4-Apr)

Ingenieur und Weltenbummler – diese beiden Figuren bringt man nicht so leicht in Verbindung. Doch gar nicht selten kommen Ingenieure weit in der Welt herum. So auch der Turbinenbauer Wolf-Dietrich Krüger: Die Stationen seines Berufslebens lesen sich wie das Logbuch eines Phileas Fogg. Einen Wanderer zwischen den Technikkulturen fragt Eckhard Stasch nach prägenden Momenten und bleibenden Erfahrungen seiner Ingenieurbiografie.

Gastgeber Eckhard Stasch mit Wolf-Dietrich Krüger // Foto: Felix Schmitt

Gesprächsmitschnitt [127 Min.]

Dufte! – Geza Schön, Hanns Hatt und »Paper Passion«    (25-Mar)

Der Berliner Parfumeur Geza Schön hat »Paper Passion« ein Parfum kreiert, das wie ein frisch gedrucktes Buch riecht. Geruchsforscher Hanns Hatt untersucht im Labor, warum manche Düfte auf uns verführerisch wirken und andere nicht. – Ein Gespräch über den ältesten aller Sinne.

Gastgeber Matthias Vogel mit Hanns Hatt und Geza Schön // Foto © Hannes Jung

Gesprächsmitschnitt [112 Min.]

Das Frühjahrsprogramm 2013 ist im Druck   (5-Mar)

Zwischen Ende März und Anfang Juli laden wir Sie aufs Neue zu fünfzehn Veranstaltungen in den Literarischen Salon ein. Unser Frühjahrsprogramm erscheint Mitte März an dieser Stelle.

Programmstart ist am Montag, dem 25. März 2013, ein Abend über das Thema Düfte: An der Nase herumgeführt mit Berliner Parfumeur Geza Schön und dem Bochumer Geruchsforscher Hanns Hatt.

Terminvorschau

Do, 20.6.2013
Michael Klose, Till Nowak: Achterbahnen

Do, 27.6.2013
Christian Hartmann: Kein Kampf

Mi, 3.7.2013
Patrice Kunte, Wolfgang Mathis, Michael Gamper: Elektrizität reizt die Fantasie

Vorverkauf

Unser Vorverkauf für den 18.4. mit Max Riemelt und für alle weiteren Abende in diesem Frühjahr läuft: An unserer Abendkasse, bei uns im Büro (Tel. 762-8232) oder per eMail an info@literarischer-salon.de.

Die Partner des Literarischen Salons

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